Yasuko Kozaki ist tot.
Sie starb vor kurzem völlig unerwartet und plötzlich bei einem Besuch in ihrem Heimatland Japan.
Sie hat mit mir zusammen KAN Compassion Arts gUG gegründet. Sie war meine Freundin, meine Mitstreiterin und eine unerschrockene Kämpferin für das Verständnis zwischen japanischer und deutscher Kultur.
Gemeinsam haben wir unsere Projekte entwickelt, in tage- und wochenlangen Diskussionen, mit verrückten Einfällen und disziplinierter, harter Arbeit.
Sie entwickelte die musikalischen Programme, entdeckte verborgene Liedschätze und setzte diese gesanglich mit wunderbar wandlungsfähiger Darstellung um.
Jetzt ist sie tot – und das ist unbegreiflich …
Sibylle Duhm-Arnaudov
KAN 環 Compassion Arts
wurde 2019 von der japanischen Sängerin Yasuko Kozaki und der deutschen Malerin und Konzeptkünstlerin Sibylle Duhm-Arnaudov gegründet.
Wir wollen in einer Zeit der unausweichlichen globalen Begegnungen auf den Grund der menschlichen Empfindungen vorstoßen, die zu Haß, Krieg und Gewalt gegenüber dem „Anderen“, aber auch zu Verständnis, Achtung und Liebe führen können.
Wir arbeiten nicht mit Appellen, sondern wir machen diese Emotionen erfahrbar, indem wir die Energien des Aufeinandertreffens einander fremder Kulturen zu einem Gesamtkunstwerk verbinden.
Ein Beispiel ist dafür unsere organische Performance „Peenemünde Compassion“. Sie entwickelt sich durch den fortwährenden Dialog zwischen den beteiligten Künstlern stetig weiter. Die Zuschauer haben in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, in wiederkehrenden Aufführungen den Prozess mitzuverfolgen und an ihm teilzuhaben.
KAN 環 Compassion Arts
Abschied
Als Yasuko Kozaki und ich uns 2017 begegneten, begann eine Phase gegenseitiger künstlerischer Inspiration, die in das Projekt „Peenemünde Compassion – Vernichtender Fortschritt“ mündete.
Um unserer weiteren Zusammenarbeit einen passenden Rahmen zu geben, gründeten wir 2019 die KAN Compassion Arts gemeinnützige UG. Ziel war es, das Verständnis zwischen deutscher und japanischer Kultur, um das wir bei der Gestaltung unserer Projekte immer gerungen haben, mit unseren Aufführungen auch nach außen erlebbar zu machen.
Jetzt lebt Yasuko Kozaki nicht mehr, und sie ist unersetzbar.
Ein letzter öffentlicher Beitrag
Die KAN Compassion Arts gUG verabschiedete sich mit einem Beitrag zum Neujahrsfest der Deutsch-Japanischen Gesellschaft am Sa., dem 7. Februar 2026, im Literaturhaus Stuttgart aus der Öffentlichkeit.
Yasuko Kozaki und ich hatten diesen Beitrag bis kurz vor ihrem Tod gemeinsam vorbereitet.
Prof. Cornelis Witthoefft übernahm die musikalische Leitung.
Der japanische Bariton Masato Ariyoshi sang einige ausgewählte Lieder.
Unser Beitrag an diesem Abend war Erinnerung, Dank und bewusster Abschluss unserer gemeinsamen Arbeit.
Neujahrsfest der Deutsch-Japanischen Gesellschaft
Musikalische Videoperformance
Einladung der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Baden-Württemberg
Die musikalische Videoperformance mit
KAN 環 Compassion Arts
steht unter dem Motto:
ZEITEN DES UMBRUCHS! ALS ERWIN BAELZ NACH JAPAN KAM UND AUF KAWANABE KYŌSAI TRAF …
Vor 150 Jahren, im Juni des Jahres 1876, landete Erwin Baelz (1849–1913) im Hafen von Yokohama, um eine zweijährige Lehrtätigkeit an der Medizinschule in Tokyo aufzunehmen. Schon bald zeichnete sich die Verlängerung seines Aufenthaltes ab – er hatte Freude an seiner Tätigkeit, ihm gefielen Land und Leute, sein Vertrag wurde verlängert, und schon bald pflegte er zu Künstlern seines Gastlandes enge Verbindungen.
Baelz begann, umfangreiche Sammlungen von Textilien, Schwertern, Tuschmalereien, Holzschnitten, Lackwaren und Keramiken zusammenzutragen. Ein zeitgenössischer Maler, der auch als Illustrator und Designer tätig war, wuchs ihm dabei besonders ans Herz: Kawanabe Kyōsai 河鍋暁斎 (1831–1889). Ihn bewunderte Baelz wegen seiner überbordenden Fantasie, Spontaneität und Pinselgewalt, hielt ihn für den genialsten zeitgenössischen bildenden Künstler Japans.
KAN 環 Compassion Arts, bestehend aus einer Malerin und Konzeptkünstlerin sowie zwei Musikern, wird in einer musikalischen Videoperformance dieses besondere Verhältnis näher beleuchten und Sie mitnehmen auf eine Reise durch die Zeiten des Umbruchs, als sich Japan vollständig in einen modernen Staat verwandelte.
Im Anschluss laden wir Sie zum gemütlichen Beisammensein mit Sushi und Getränken ein.
KAN 環 Compassion Arts
Dank
Wir bedanken uns aus ganzem Herzen bei all denen, die uns so großzügig und treu unterstützt haben. Ohne sie wären viele unserer Projekte nicht möglich gewesen.
Es war eine wunderbare und fruchtbare Zeit.
In Dankbarkeit
Sibylle Duhm-Arnaudov
Internationale Zusammenarbeit:
Die heutige Welt, geprägt von Krisen, Kriegen und tiefgreifenden Umbrüchen, führt uns vor Augen, dass wir in einer global vernetzten Gemeinschaft leben und aufeinander angewiesen sind. Die unterschiedlichsten Kulturen werden immer mehr lernen müssen, sich gegenseitig zu achten, zu respektieren und voneinander zu lernen, um zu überleben. Deshalb gehen wir der Frage nach, wie der Drang zu Gewalt und massenhafter Vernichtung entsteht und was uns Menschen retten kann.
Während wir in unserem ersten Stück hauptsächlich aus deutscher und japanischer Sicht gearbeitet haben, hat sich unser Blickwinkel nun erweitert. Wir vereinen jetzt nicht nur die Sichtweisen verschiedener Kulturen, sondern auch die verschiedener Religionen wie Christentum, Buddhismus/Shintoismus und Judentum, auf die Frage nach der Menschlichkeit im Menschen.







